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Als ich Dir im Dezember das Boutiquehotel Esplanade vorgestellt habe, war mir schnell klar: Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Denn hinter den Mauern des Hauses verbirgt sich mehr als ein Ort für besondere Anlässe. Es gibt auch einen Ort für alle, die Genuss lieber im entspannten Ton erleben wollen. Das Le petit CINQ ist der moderne Gegenpart des Fine-Dining-Restaurants von Silio Del Fabro – unkomplizierter vielleicht, aber genauso leidenschaftlich, kreativ und auf den Punkt. Und genau dort beginnt die nächste kulinarische Entdeckung …

Michael und ich waren zur Mittagszeit dort. Und obwohl es „nur“ ein Lunch war, hatte dieser Besuch für mich das Format eines richtigen Abends. Wir haben beide Menüs bestellt – bei uns fast schon Standard. Nicht aus Unentschlossenheit, sondern weil wir es lieben, möglichst viel zu probieren. Michael bestellt keinen Fisch, ich schon. Das ist für uns meistens die beste Kombination, weil am Ende beide Tellerseiten spannend sind.

Wer im Le petit CINQ kocht: David Wottke

Hinter dem kulinarischen Konzept im Le petit CINQ steht David Wottke. Seine Geschichte beginnt nicht in einer Profiküche, sondern zu Hause – am Herd mit seinem Vater. Mit Schmorgerichten, die tief in der Familie verankert sind: Sein Großvater war Metzgermeister mit eigener Metzgerei. 

Zunächst führte ihn sein Weg ins Bäckerhandwerk. Doch geblieben ist er dort nicht. Denn der Kochberuf vereint für ihn genau das, was ihn fasziniert: Handwerk, Produktverständnis und Kreativität.

Also folgte die Ausbildung zum Koch – zuerst im Gästehaus Klaus Erfort, später dann der Wechsel zum Boutique Hotel Esplanade. Dort durchlief er jeden Posten und arbeitete sieben Jahre an der Seite von Silio Del Fabro. Heute prägt er mit gerade einmal 28 Jahren das Le petit CINQ mit seiner eigenen Handschrift.

Le petit CINQ im Boutique Hotel ESPLANADE Saarbrücken
Head Chef David Wottke

Was ihn antreibt, hat er uns so gesagt:

Mir ist wichtig, dass mein Essen glücklich macht – ganz ohne viel Chichi.

Treffender kann man seine Küche kaum beschreiben. Beim Schreiben musste ich an einen Satz denken, den ich parallel in einem anderen Zusammenhang gelesen habe: Entscheidend sei das Verständnis für Aromen, Produkte und deren Zusammenspiel. Und genau das ist es, was man hier merkt. Diese Küche wirkt nicht zufällig so stimmig, sondern wie das Ergebnis von Ausbildung, Erfahrung und echtem Produktverständnis.

Es geht nicht darum, möglichst kompliziert zu wirken. Es geht um Geschmack, Handwerk und um diese seltene Balance zwischen Bodenständigkeit und Raffinesse. Schmorgerichte macht David Wottke übrigens bis heute.

Das Ambiente

Wenn Du das Hotel Esplanade kennst, weißt Du: Hier stimmt jedes Detail. Und das Le petit CINQ fügt sich genau darin ein – mit warmem Licht, gedämpften Farben und dieser textilen Ruhe, die den Raum sofort angenehm wirken lässt.

Selbst wenn mittags jeder Tisch besetzt ist, bleibt die Atmosphäre ruhig. Hunde sind willkommen, der Taschenhalter steht schon bereit, bevor man überhaupt daran denkt. Verlässt man kurz den Tisch, liegt die Serviette bei der Rückkehr wieder ordentlich gefaltet da. Das Besteck wird gewechselt, der Tisch diskret abgeräumt.

Stilvoll, entspannt und angenehm unaufgeregt: Genau so fühlt sich ein Mittag im Le petit CINQ an

Es sind genau diese kleinen, unaufgeregten Gesten, die den Unterschied machen. Nichts davon wirkt aufdringlich und gerade deshalb fällt es so positiv auf. Für mich ist das eine Stärke. Denn nicht jeder Restaurantbesuch braucht großes Zeremoniell. Aber ein richtig gutes Essen, ein schönes Ambiente und das Gefühl, dass sich jemand bei jedem Gang Gedanken gemacht hat – das will man doch eigentlich immer?!

Und ja, ich mag Essen, das schön aussieht. Aber noch wichtiger ist für mich immer, ob es geschmacklich trägt. Ob Konsistenzen stimmen. Ob etwas Tiefe hat. Ob man auch beim zweiten und dritten Bissen noch denkt: Das ist wirklich richtig, richtig gut! 

Im Le petit CINQ war genau das der Fall.

Der Service

Unauffällig aufmerksam – das trifft es wohl am besten. Die Weinbegleitung war klug gewählt, klar erklärt und angenehm frei von jeder Belehrung. Der Service hatte den Tisch jederzeit im Blick, ohne sich dabei aufzudrängen. Man fühlt sich einfach umsorgt. Eine Kunst, die wirklich nicht viele beherrschen.

Was auf den Teller kommt

Schon der erste Gruß aus der Küche verspricht viel: eine kalte Kartoffel-Lauchsuppe – einmal mit, einmal ohne Forellenkaviar. Präzise und fein. Dazu gutes Brot und bestes Olivenöl. Manchmal reichen genau solche Kleinigkeiten, um sofort anzukommen.

Dazu gab es einen Rosé-Champagner von J.M. Gobillard & Fils – frisch, feinperlig und mit einer schönen roten Frucht. 

Und dann das Menü. David Wottke stellt es jede Woche neu zusammen – immer auch mit einer vollwertigen vegetarischen Variante. Nicht als Pflichtprogramm, nicht als Lückenfüller, sondern als eigenständige Antwort auf dieselbe aromatische Idee. Genau das hat uns gefallen.

Wir haben beide Varianten gewählt und genau das war wieder die richtige Entscheidung.

Das Tatar vom Kalb mit Sauce Béarnaise und Graubrot auf Michaels Seite war klassisch, selbstsicher und perfekt ausbalanciert. Die vegetarische Antwort darauf: eine Variation vom Blumenkohl mit Yuzu und Filoteig – leicht, verspielt und aromatisch spannend. Dazu kam mit dem La Manina 2024 von Manincor ein Weißwein ins Glas, der lebendig, klar und wunderbar animierend wirkte. Genau die richtige Begleitung für einen Einstieg, der fein bleiben und trotzdem Spannung haben soll.

Tatar vom Kalb mit Sauce Béarnaise
Blumenkohl mit Yuzu und Filoteig

Danach kam ein Risotto aus Perlgraupen mit Petersilienwurzel und Trüffelnage – für mich der stille Höhepunkt des Mittags, identisch in beiden Menüs und völlig zu Recht. Im Glas dazu: der Santenay Les Hâtes 2022 von Vincent Morey & Sophie. Ein Wein mit mehr Ruhe, mehr Tiefe – genau passend zu einem Gang, der nicht viel Aufhebens braucht, um Eindruck zu hinterlassen.

Dann kam die hausgemachte Pasta und wir durften David sogar kurz dabei zusehen, wie er unsere Teller selbst anrichtet. Ein kleiner Moment, der viel über die Handschrift dieses Mittags erzählt. Bei mir mit Pulpo, getrockneter Tomate und Paprikanage, bei Michael mit Safranfenchel. Zwei unterschiedliche Richtungen, zwei ganz eigene Charaktere und trotzdem beides so stimmig, dass man am liebsten einen Nachschlag geordert hätte. Begleitet wurde der Gang von einem Bourgogne Côtes du Couchois Pinot Noir – saftig, fein strukturiert und mit genau der richtigen Tiefe, um die Pasta zu tragen, ohne sie zu überdecken.

hausgemachte Pasta mit Pulpo
Risotto aus Perlgraupen mit Petersilienwurzel und Trüffelnage

Zum Schluss kam eine Crème brûlée von der Tonkabohne mit exotischen Früchten und Crumble – cremig, fein und mit genau dem richtigen Spiel aus Süße, Frucht und Crunch. So ein Dessert, bei dem man nach dem ersten Löffel sofort weiß, dass man dafür Platz hätte lassen sollen. Begleitet wurde es von der Siefersheimer Heerkretz Riesling Spätlese 2024 von Wagner-Stempel – fruchtig, frisch und mit genau der Spannung, die ein süßes Finale braucht.

Den Abschluss bildeten Petits Fours – ein letzter, stimmiger Punkt hinter einem rundum gelungenen Lunch.

Crème brûlée von der Tonkabohne mit exotischen Früchten und Crumble
Petit Four

Für wen sich ein Besuch im Le petit CINQ lohnt

Ein Besuch im Le petit CINQ in Saarbrücken lohnt sich aus meiner Sicht besonders für alle, die:

  • in stilvollem Ambiente essen möchten, ohne dass es steif wirkt
  • eine Küche mögen, die handwerklich stark ist, aber nicht abgehoben
  • mittags oder abends etwas Besonderes suchen
  • das Boutiquehotel Esplanade kennen oder neu entdecken möchten
  • Wert auf Geschmack, Harmonie und Qualität legen


Kurz gesagt: Wer Essen schätzt, das für sich selbst spricht, ist hier genau richtig.

So sehen Gäste aus, wenn einfach alles gestimmt hat.

(M)eine Bewertung

Le petit CINQ ist einer dieser Orte, an denen man schon nach den ersten Minuten spürt: Hier stimmt einfach alles. Ruhig, warm und unaufgeregt – und genau dadurch so einladend.

Auf dem Teller zeigt sich, wofür dieses Restaurant steht: Klarheit, Handwerk und Geschmack. Die Küche unter David Wottke arbeitet präzise, mit feinem Gespür für Aromen und einer Gelassenheit, die man schmeckt. Sorgfältig komponiert, elegant angerichtet, ohne zu viel Inszenierung – einfach schön anzusehen. Und weil alles so selbstverständlich wirkt, entsteht dieses ehrliche Einfach-gut-Kochen, das einem ganz automatisch kleine hm und ohs entlockt.

Wer möchte, kann den Lunch wunderbar mit einer Weinbegleitung abrunden – das Team berät dabei aufmerksam und mit echtem Fachwissen. Gerade zum Mittagessen eine schöne Art, die Gerichte noch etwas mehr zur Geltung zu bringen.

Und besonders schön ist auch, wie unaufdringlich sich das Team im Service einfügt. Freundlich, aufmerksam, immer im richtigen Moment zur Stelle – nicht zu viel, nicht zu wenig. Man fühlt sich gesehen, nicht bedient. Eine Nähe, die selten geworden ist.

Wer das Le petit CINQ kennenlernen möchte, sollte unbedingt vorab reservieren. Bei unserem Besuch waren schon kurz nach der Öffnung alle Plätze vergeben und das, finde ich, sagt mehr als jede Bewertung.

PS: Übrigens: Das aktuelle Menü lässt sich bereits rund vier Wochen im Voraus auf der Homepage nachlesen – eine schöne Möglichkeit, sich schon vorab auf den Besuch einzustimmen.

Praktische Infos:

  • 3-Gang-Menü: 69 €

  • 4-Gang-Menü: 87 €

  • Öffnungszeiten: Sonntag bis Dienstag, mittags ab 12 Uhr, abends ab 18:30 Uhr

  • Adresse: Nauwieserstraße 5, 66111 Saarbrücken

  • Reservierung: Unbedingt empfehlenswert! 

*Dieser Beitrag ist die Fortsetzung meines Rundgangs durch das Boutiquehotel Esplanade Saarbrücken – diesmal auf Einladung des Hauses.