Es gibt Hotels, die sind einfach nur Unterkünfte. Und dann gibt es Orte wie La Maison Heler in Metz – ein von Philippe Starck entworfenes Gesamtkunstwerk, das sich zwischen Realität und Fantasie bewegt. Nach unserem Aufenthalt dort (der, zugegebenermaßen, mit einem regen E-Mail-Verkehr im Vorfeld begann – ich war wohl etwas engagiert in der Planung, aber das Team ließ es mich nie spüren) kann ich sagen: Hier wird nicht nur übernachtet, hier wird geträumt. Und manchmal auch ein bisschen geflucht.
Ein Haus auf dem Dach. Einfach so.
Schon aus der Ferne fällt La Maison Heler ins Auge. Man sieht das Gebäude und schaut automatisch nach oben. Ein monolithischer 9-Etagen-Block, obenauf thront quasi eine altmodische Lorraine-Fassade, fast wie ein Märchenschloss über der Stadt. Das Konzept stammt vom französischen Design-Star Philippe Starck, inspiriert von seiner fiktiven Novelle über den Erfinder Manfred Heler. Kurz gesagt: Architektur als Storytelling

Die Lage: Perfekt für Entdecker
Die Maison Heler liegt ideal im Quartier de l’Amphithéâtre – nur 15 Gehminuten von der Innenstadt entfernt, direkt am Centre Pompidou-Metz und in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Wer mit dem Auto anreist, findet einen öffentlichen Parkplatz direkt neben dem Hotel (31 rue Jacques Chirac). Da der Parkplatz oft schnell belegt ist, findest Du hier aktuelle Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit. Ein echter Pluspunkt: Man ist schnell überall, ohne auf das Auto angewiesen zu sein.
Ankommen & erster Eindruck: Düstere Eleganz
Der erste Eindruck von außen wirkt kühl, fast schon abweisend. Doch kaum betritt man das Hotel, ändert sich das: Rechts liegt der helle, freundliche Empfang, und wer genau hinschaut, erhascht schon einen Blick auf das Bistro La Rose. Die Mitarbeiter sind aufmerksam, freundlich und scheinen wirklich Freude daran zu haben, Gäste willkommen zu heißen. Besonders schön: Viele von ihnen stammen aus der Region Rund um Metz.
Generell ist Maison Heler kein Hotel, das Dich mit greller Helligkeit umarmt. Der erste Eindruck innen: dunkle Gänge, schwere Farben, viele Bilder, fast ein wenig unheimlich. Düstere Eleganz statt Leichtigkeit. Das muss man mögen – oder sich zumindest darauf einlassen. Ich mochte es. Nicht durchgehend, aber als Konzept.


Das Zimmer: Schön gedacht, leicht fordernd
Die Zimmer sind, wie überall beschrieben, ein Traum aus dunklem Holz, Bronze und flauschigem Teppich – gemütlich. Und dann dieses Detail, das man entweder liebt, oder das einem irgendwann auf die Nerven geht: ein großer Trennspiegel, der gleichzeitig Badezimmertür und Kleiderschranktür ist.
- Optisch? Sehr hübsch.
- Im Alltag zu zweit? … sagen wir: kommunikationsfördernd.
Wenn sich zwei Menschen gleichzeitig im Zimmer bewegen, kann es passieren, dass dem einen plötzlich eine Tür vor der Nase steht – je nachdem, wer gerade wohin möchte. Ein kleines, aber feines Detail, das für den ein oder anderen Lacher sorgt (oder für genervte Blicke, je nach Tagesform). Kein Drama, aber… ein Design, das eben Präsenz erfordert.




Lichtkonzept: Bewusst reduziert
Das Licht im Zimmer ist eher spärlich. So richtig hell bekommt man den Raum nicht – egal, welche Lampe man einschaltet. Auch die wirklich großen Fenster ändern nichts daran. Wer hier auf knallhelle Beleuchtung hofft, wird enttäuscht. Stattdessen herrscht eine fast schon mystische Dämmerung, die perfekt zum surrealistischen Charme des Hotels passt. Nicht jeder mag das, ich fand es irgendwann charmant. Für Make-up-Fans mit hohem Lichtanspruch ist es eher herausfordernd. Für mich war das kein Minuspunkt. Wer also grelles Hotellicht liebt, wird hier nicht glücklich. Wer abends runterfahren will, schon eher.



Bad, Dusche & französische Eigenheiten
Das Bad ist hochwertig, modern und stimmig gestaltet. Die Dusche? Ein echtes Highlight. Ich sage selten so etwas, aber: Ich habe mich noch nie unter einer Dusche so wohl gefühlt. Wasserführung, Gefühl, Raum – das hat einfach gepasst.
Typisch französisch dagegen: die separate Toilette. An sich gut gedacht. Weniger gut: kein Waschbecken im Toilettenraum. Händewaschen geht also erst wieder im Bad. Das bleibt für mich immer ein kulturelles Rätsel, aber es gehört einfach dazu.
Zwei Duschen, eine davon eine kleine Handbrause, die sich – wer hätte das gedacht – einfach drehen lässt und sich dadurch in ein richtig gutes Duscherlebnis verwandelt. Ohne dass man danach wie ein nasser Pudel aus dem Bad steigt.
Ich habe vorab eine Bewertung gelesen, in der genau diese Handbrause kritisiert wurde, mit dem Hinweis, man wolle schließlich nicht ständig komplett von oben von der großen Regendusche durchnässt werden. Ehrlich gesagt: Ich verstehe diese Kritik nicht. Vielleicht sollte man manche Dinge einfach ausprobieren?
Kleine Gesten, große Wirkung. Und dann sind da noch die Details, die den Aufenthalt noch angenehmer machen: Hausschuhe und Duschhauben in bester Qualität.


Fitnessraum: Klein, fein, mit Aussicht
Der Fitnessraum ist, wie aktuell beschrieben, noch provisorisch untergebracht, aber mit hochwertigen Geräten und einem Blick über die Stadt, der einen fast die Anstrengung vergessen lässt. Wer hier schwitzt, tut das mit Stil.


Frühstück: Etwas für Genießer, aber nicht für Sparfüchse
Das Frühstücksbuffet im Maison Heler ist zwar nicht üppig, dafür abwechslungsreich und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Von frischen Croissants über regionale Spezialitäten bis hin zu herzhaften Optionen. Hier bleibt kein Wunsch offen. Und das Beste: Man kann sich so oft bedienen, wie man möchte. Der Preis von 29 Euro pro Person mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, aber für die Qualität und Auswahl ist er meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt. Wer wie wir Hilton Gold-Status hat, bekommt es sogar kostenlos – ein echter Bonus!
Kleiner Kritikpunkt: Der Kaffeeautomat im Frühstücksbereich. Hier würde ich mir wünschen, dass das Personal den Kaffee ausschenkt. Einige Gäste scheinen mit der Bedienung überfordert und das führt zu unnötigen Wartezeiten und „Kaffee-Katastrophen“.




Zwei Restaurants, zwei Welten
Bei La Cuisine de Rose steht nicht die Show im Mittelpunkt, sondern saisonaler Genuss mit regionalem Charme. Die Gerichte sind alle französisch verwurzelt.
Spätestens im neunten Stock wird aus dem Designobjekt endgültig ein Zuhause auf Zeit: Hier oben liegt „La Maison de Manfred“, das Haus-auf-dem-Haus, in dem sich Restaurant, Wohn- und Essbereiche wie eine Familienwohnung anfühlen. Die Räume erinnern an ein geerbtes Stadthaus. Holzböden, Kamin, Porträts an den Wänden und bequemen Sofas, die mit stilvollen Kissen zum Verweilen einladen. Hier wird die Küche edler und experimenteller, während die Cocktails eine Hommage an die Liebesgeschichte von Manfred und Rose sind.
Ein absolutes Muss im Sommer: ein Tisch auf der Terrasse! Der atemberaubende Ausblick verwandelt das Abendessen in ein unvergessliches Erlebnis.



Mein Fazit: ein inszeniertes Universum
Maison Heler ist kein Hotel für „mal eben“. Hier checkt man nicht einfach in ein Kettenhotel ein, sondern taucht in ein inszeniertes Universum. Es ist ein Haus mit Ecken und mit Charakter. Nicht alles ist bequem, nicht alles gefällig, aber genau das macht den Reiz aus. Das Maison Heler ist kein Ort für Menschen, die Standard lieben. Wer bereit ist, sich auf das surrealistische Märchen einzulassen, wird belohnt mit einem Erlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt.
Und wer weiß, vielleicht trifft man ja auch auf Manfred Helers geheimnisvolles Alphabet, das sich in den Schränken verbirgt. Ich habe es jedenfalls noch nicht entschlüsselt ein Grund mehr, wiederzukommen.
Maison Heler ist also kein Zufallshotel, sondern eine bewusst gewählte Adresse. Perfekt, wenn Du Architektur, Design und eine Prise Storytelling genauso liebst wie eine gute Städtereise.
Wenn Du von Saarbrücken aus einen Abstecher nach Metz planst, ist Maison Heler damit eine dieser Adressen, die nicht nur „praktisch gelegen“ sind, sondern selbst zum Reisegrund werden können und glaub mir: Du wirst überrascht sein, wie günstig eine Übernachtung hier sein kann.
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